Wieviel ist genug?

Am Wochenende lernte ich das Buch „Heile Deinen Körper“ von Louisa Hay* kennen. Ursprünglich, weil ich seit längerem mit Zahnproblemen zu tun habe. Aber natürlich begann ich dann darin herumzublättern und auch ältere Krankheiten oder immer wiederkehrende Geschichten nachzuschlagen.

Louisa Hay listet in ihrem Buch neben diesen Krankheiten mögliche Ursachen dafür auf, die nicht unbedingt was mit unserem Körper per se zu tun haben, sondern viel mehr damit, wie wir denken und was unsere Einstellung und Haltung ist. Ich finde das einen sehr wesentlichen Aspekt, denn viel zu oft reduzieren wir unsere Wehwehchen auf das Körperliche. Dabei wissen wir längst, dass es auch sogenannte psychosomatische Gründe gibt zu erkranken. Die sind divers und nich immer greifbar.

Ich bin aber fest davon überzeugt, dass wir hier sehr viel Heilung auf der geistigen Ebene schaffen können. Es geht mir dabei nicht darum zu behaupten, wir könnten uns alle heilen, wenn wir nur fest daran glauben. Im Gegenteil, ich bin da sehr vorsichtig und halte dennoch alles gründlich abgeklärt. Aber gerade wenn Dinge immer wieder auftauchen und uns begleiten, macht es Sinn, da ganzheitlicher hinzuschauen. Die Ärzte tun das nicht immer, eigentlich eher selten, denn sie haben oft die Zeit gar nicht dafür. Und die, die sich die Zeit nehmen, können wir uns häufig nicht leisten. Oder wollen es nicht.

Während ich also in dem Buch herum blätterte, stolperte ich über die Anämie. Damit hatte ich schon oft zu tun, Eisenmangel ist für mich schon eine Art chronische Grunderkrankung, die bei jedem Bluttest erneut thematisiert wird. Hay schreibt dazu als mögliche Ursache:

„Ja – aber“ Haltung. Mangel an Freude. Angst vor dem Leben. Fühlt sich nicht gut genug.

Und damit trifft sie mich. Aber ganz genau. Und es sind alles genau die Dinge, die ich momentan versuche wirklich zu verändern. Ich will Freude empfinden. Ich will das Leben leben. Dafür ist es wichtig, dieses „Ja-aber“ abzulegen und JA zu sagen zum Leben und zu dem, was ich habe. Das ist nämlich viel mehr, als ich oft glaube. Weil ich mich nicht für genug halte. Weil ich das, was ich tue und leiste, was ich habe und schaffe, nicht für gut genug und ausreichend halte. Das hat viele Ursachen, die sehr tief und lang in mir verwurzelt sind. In Wahrheit hat vermutlich die halbe Menschheit genau damit zu kämpfen. Aus diesem „nicht-genug“ Gefühl resultiert dann oft der Mangel an Selbstliebe, was dazu führt, dass wir im Außen nach der Erfüllung suchen. Sei das materiell oder in Form von Menschen, von denen wir erwarten, dass sie unseren Mangel stopfen. Uns das geben, was wir uns selbst nicht geben können. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.

Alles beginnt meiner Meinung nach damit, dass wir lernen zu akzeptieren, dass das, was wir tun und wie wir es tun, genug ist. In der Arbeitswelt, im Privaten, für uns ganz persönlich. Das geht nicht von heute auf morgen. Das ist ein Prozess, denn der Mangel, der kam ja auch nicht über Nacht, der hat sich über viele Jahre eingeschlichen. Dabei sind wir vollkommen komplett und perfekt geboren. Kein Baby hat das Gefühl, es wäre nicht schön genug, groß genug oder lustig genug für seine Eltern. Es geht mir aber auch nicht darum hier den Eltern die Schuld zu geben und mich zurückzulehnen und zu sagen: Ich kann ja nichts dafür. Es geht mir viel mehr darum zu erkennen, dass da ein Mangel herrscht und es an mir liegt, den zu ändern. Jetzt. Und jeden Tag ein kleines Stück mehr.

Das Gefühl von „nicht genug“ holt uns immer wieder ein. Und es ist immer wieder aufs Neue eine Übung zu erkennen: Doch, ich bin genug. Für mich bin ich genug. Denn viel zu oft hängen wir im Vergleich mit allen anderen. Die sozialen Medien begünstigen das, weshalb wir heutzutage vermutlich noch mehr im Mangel festhängen als früher.

Eine wesentliche Grundlage für ein gutes „Ich bin genug“ Gefühl ist meiner Meinung nach die Frage nach dem: Was ist mir wichtig? Wenn ich das weiß, dann kann ich auch entscheiden, wann etwas genug ist. Denn wenn ich mehr will, als mir wichtig ist, dann kann ich mir nicht genügen. Dann will ich den anderen genügen, die mehr haben oder mehr können. Aber woher wissen wir, dass die ihr Maß nicht wiederum an anderen setzen?

Bleib stehen. Halt inne. Frage dich immer wieder: Was will ich? JETZT? Was brauche ich? JETZT?

Das hat nichts mit Egoismus zu tun oder damit die Bedürfnisse anderer zu ignorieren oder außen vor zu lassen. Vielmehr glaube ich, dass wir, wenn wir merken was uns wichtig ist und wir uns genügen, wir viel mehr Freude daran haben werden, auch die Bedürfnisse der anderen zu achten. Weil wir Erfüllung spüren und Freude. Und daraus resultiert meiner Meinung nach Empathie und Mitgefühl für die anderen. Und das, genau das ist es, was diese Welt so viel mehr braucht. Nicht mehr. Und nicht weniger.

In ihrem Buch schreibt Louisa Hay als neues Gedankenmuster gegen die Anämie: „Es ist gut für mich, Freude in jedem Bereich meines Lebens zu erfahren. Ich liebe das Leben.“ Diese Affirmationen sind anfangs ungewohnt, wenn man nie damit gearbeitet hat. Aber ich denke, dass sie eine Kraft und Wirkung haben, von der wir bisher zu wenig wussten. Und ehrlich: Schaden können sie uns in keinem Fall. Denn viel zu oft sagen wir uns: „Ist doch alles ein Mist!“ (um es milde auszudrücken). Mein Fokus liegt nun auf der Freude. Die empfinde ich hauptsächlich dann, wenn ich weiß, dass ich genug bin. Und genug habe. Und das bin ich. Das habe ich. Und du auch!

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Alles auf Anfang

Lange habe ich überlegt und mein Gehirn verknotet. Wie tue ich weiter? Ein Blog hier. Einer da. Wo schreibe ich was? Schreibe ich überhaupt? Nein ehrlich, das war keine Frage, sondern eher ein Wunsch. Wann schreibe ich endlich wieder? Und was? Und wo? Und wie?

Die Eingebung kam plötzlich. Und die Umsetzung ging dann wie immer ganz schnell.

Jetzt ist hier alles anders und alles neu.

Nadine schreibt. Über das Leben. Das klingt banal und platt. Aber besser kann ich es nicht beschreiben mit wenigen Worten. Der Rest landet in meinen Blogposts, die von nun an hier folgen werden. Grundlegend geht es mir darum, meinem Leben wieder mehr Sinn und Bestimmung einzuhauchen. Selbstbestimmung vor allem. Im Alltag mit drei Kindern verliert man sich schnell. Und rennt nur Dingen hinterher, die vielleicht gar nicht so wichtig sind, wie man glaubt. Weil man auf die anderen schaut. Was die alles machen. Was die alles schaffen. Und dabei sehen sie auch noch gut und frisch aus. Die anderen. Immer die anderen. Und ich? Ich genüge mir nicht. Nie. Das ist doch schade. Das ist falsch. Das gehört so nicht.

Von nun an bin ich genug. Ist alles genug, was ich mache. Weil es so ist. Punkt. Denn wenn es Dinge sind, die man wirklich will, dann ist das genug. Denn genug wird nur von uns selbst definiert. Nicht von den anderen da draußen. Genug ist das, was uns erfüllt. Was uns das Gefühl gibt: Ja! Das ist es!

Wir wissen nicht immer, was das ist, dieses genug für uns. Aber darum geht es. Wenn ich von außen alles weg schäle, was nicht wichtig ist und nicht zu mir gehört, dann komme ich an den Kern heran. Dann spüre ich, was es ist, das ich will und zwar nur ich. Wenn ich dem folge, dann – davon bin ich überzeugt – tue ich Dinge, die letztendlich nicht nur mir gut tun. Und das ist meine Bestimmung: Dinge zu tun, die Menschen bereichern. Auf welche Art und Weise auch immer.

Also schäle ich. Werfe ab, was mir nicht gehört, was ich nicht brauche, nicht wichtig ist. Sei es Materielles, oder Dinge, die ich getan habe bisher. Gedanken, die ich geglaubt habe. Vorstellungen, die ich hatte. All das darf gehen, wenn es nicht zu mir gehört. Und was bleibt? Ich. Und mein Schaffen. Ich freue mich darauf!

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